AWO - Pflege zuerst kommt der Mensch Sozialruf
 

Altenpflegepreis 2009

09.12.2009 14:50

 
Sozialminister Dr. Heiner Garg mit den Gewinnern des Altenpflegepreises 2009

1. Preis für das AWO Projekt

„Geschichte leben – embracing history“

Ein Erinnerungsprojekt, das helfen soll, das Schweigen der Kriegskinder zu brechen.

 

„Wir freuen uns sehr über die Würdigung dieser wichtigen Arbeit. In unseren Pflegeeinrichtungen und Diensten begegnen wir vielen Menschen, die den Krieg miterlebt haben und die in Zeiten des Wiederaufbaus keine Zeit oder Möglichkeit hatten, sich mit der erlebten Trauer im Krieg zu beschäftigen. Erst jetzt können und wollen sie sich intensiver mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Wir haben diesen Erinnerungen einen Raum gegeben“, erläutert Volker Andresen, Landesgeschäftsführer der AWO Schleswig-Holstein anlässlich der Preisverleihung durch Sozialminister Heiner Garg.

 

Unter dem Projekttitel: „Geschichte leben - embracing history“ und mit Unterstützung von vielen Kooperationspartnerinnen hat die AWO Pflege die sogenannten Kriegskinder, die Menschen, die in den Jahren des Zweiten Weltkriegs geboren oder aufgewachsen sind, eingeladen, ihre Geschichten den nachkommenden Generationen zu erzählen.

 

Begleitet von Künstlerinnen des Bundesverbandes Bildender Künstler (BBK) und deren Vorsitzender Deborah DiMeglio haben die Erinnerungen auf unterschiedliche Art und Weise Gestalt angenommen. Ältere Kriegskinder und Zeitzeugen, Schülerinnen, Großeltern und Enkelkinder haben Brücken zwischen schweren Erinnerungen und glücklichen Momenten der Kindheit gestaltet und gebaut. Dabei sind viele Anschauungsobjekte entstanden: Erinnerungskisten von älteren Menschen aus Schleswig-Holstein und aus Estland, ErinnerungsLeporellos (faltbare Hefte), ein wachsendes Erinnerungsbuch, Videoaufzeichnungen von Gesprächen zwischen der Enkel- und Großelterngeneration und ein gemeinsames Theaterstück.

 

Der Verein kriegskind de. e.V., der Verein Mahnmal Kilian mit seinem Kriegszeugenprojekt und die Bürgerinitiative „Gedenkstein für Zwangsarbeit“ haben das AWO Projekt fachlich begleitet und im Rahmen von Fachveranstaltungen und Fortbildungen die Thematik “Kriegskinder und deren Traumatisierungen“ vertieft.

 

„Dies ist „Erinnerungspflege“ im wortwörtlichen Sinne. Die Beschäftigung mit schweren Traumatisierungen ist ein wichtiger Schritt mit der eigenen oder der fremden Lebensgeschichte vertrauter zu werden. Pflegeplanungen oder auch Betreuungsangebote orientieren sich jetzt noch stärker an der Lebensgeschichte und berücksichtigen leidvolle Erfahrungen und Erlebnisse“, betont Uwe Braun, Leiter des Unternehmensbereichs Pflege der AWO Schleswig-Holstein gGmbH. „Mit dem Projekt ist den Mitarbeiter/innen in den Pflegeeinrichtungen ein neuer Blick in die Gefühlswelt der von ihnen gepflegten und betreuten Menschen eröffnet worden.“

 

Die Erinnerungskisten und die Leporellos können bei der AWO Schleswig-Holstein, Unternehmensbereich Pflege ausgeliehen werden.

 

In diesem Jahr gelang zudem dem Projekt „AWO Pursuit – Täglich eine Portion

Wissen mehr“ der Sprung unter die Top Ten der Altenpflege. Die Mitarbeiter der AWO WOHNpflege Tornesch haben ein unterhaltsames und fachlich fundiertes Wissensquiz für die täglichen Übergaben oder Dienstbesprechungen entwickelt.

 

Kontakt:

Anke Buhl

Referentin für Alten- und Pflegepolitik

Tel: +49 431 5114 155

Fax: +49 431 5114 108

Mail: Anke.Buhl@awo-sh.de

AWO Schleswig-Holstein gGmbH

Sibeliusweg 4

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