AWO - Pflege zuerst kommt der Mensch Tagespflege
 

Qualitätsberichte durch Nachweisorientierung und Transparenz

Qualität für Kunden nachvollziehbar und verständlich machen

Stand 31.03.09

Qualitätsberichte im pdf-Format

- AWO WOHNpflege Wedel

- Alten- und Pflegeheim Dammin GmbH soziale Dienste

- NDS gGmbH Haus Am Rosarium

- Haus im Garten APH Schmidtschneider

- Haus Simeon

- Büdelsdorfer Seniorenwohnanlage am Park gGmbH

 

Vorgehensweise und Produkte

Mit dem hier vorgeschlagenen Vorhaben sollen beispielhaft Qualitätsberichte in acht verschiedenen Einrichtungen stationärer Altenhilfe in unterschiedlicher Trägerschaft entwickelt und erstellt werden. Die Qualitätsberichte sollen die Arbeit der Einrichtungen transparent und vergleichbar machen sowie als Informationsmedium genutzt werden können. Die teilnehmenden Unternehmen können dabei ihre Erfahrungen aus unterschiedlichen QM -Verfahren und -Systemen in das Vorhaben einbringen.

 

Struktur anhand Weltenmodell

Zu Beginn des Projektes wird die inhaltliche Struktur der Qualitätsberichte mit den beteiligten Trägern und Einrichtungen abgestimmt. Dazu wird ein „Welten-Modell“ zugrunde gelegt. Kerngedanke dieses Modells ist, dass Kunden bei der Aufnahme in eine stationäre Einrichtung in ganz verschiedene, parallel existierende Welten eintreten. Das sind im Einzelnen die neue persönliche „Lebenswelt“, die „Gemeinschaftswelt“, die „Arbeitswelt“, die „Welt der Institutionen“ und eine neue „Außenwelt“.

Die persönliche „Lebenswelt“ betrifft den direkten Lebensraum bzw. die unmittelbaren Lebensbedingungen. Die „Lebenswelt“ wird methodisch durch Fragen aus Sicht der Kunden erschlossen. Das umfasst z.B. folgende Fragen: Wie sieht mein neues Zuhause aus? Was darf ich mitnehmen aus meiner alten Wohnung? Wer kümmert sich um meine Wäsche? Gibt es mein Lieblingsessen hier?

In der „Gemeinschaftswelt“ geht es u.a. um soziale Kontakte im unmittelbaren Umfeld und die Einbeziehung bzw. Einbindung in Gemeinschaftsaktivitäten. Das umfasst z.B. folgende Fragen: Wer wohnt im Nachbarzimmer? Was mache ich eigentlich den ganzen Tag im Heim? Kann ich auch mal ins Konzert gehen?

In der „Arbeitswelt“ geht es darum, dass der Lebensraum der Bewohner/innen auch immer ein Arbeitsplatz ist. Diese „Welt“ umfasst z.B. folgende Fragen: Warum müssen die Pfleger so viel aufschreiben? Warum tragen manche Mitarbeiter einen weißen Kittel und andere normale Straßenkleidung? Woher weiß die Nachtschwester was mir am Tag passiert ist?

In der „Welt der Institutionen“ geht es darum, was die „Institution Pflegeheim“ ausmacht und welche externen Institutionen mit der Einrichtung befasst sind. Das umfasst z.B. folgende Fragen: Warum sind Heimplätze so teuer? Wie hoch sind die Hotelkosten? Gibt es einen Pflegeheim -TÜV? Was ist eigentlich der MDK und warum stellen die mir so viele Fragen?

In der „Außenwelt“ geht es u.a. um die Anbindung an den Stadtteil oder die Einbeziehung von externen Personen. Das umfasst z.B. folgende Fragen: Gibt es ehrenamtliche Mitarbeiter? Müssen sich meine Besucher an Besuchszeiten halten? Hat das Heim Kontakt zur Kirchgemeinde? Was bedeuten Pflegestufen? Wen kann ich fragen, wenn ich Probleme habe?

 

Entwicklung von Fragenkatalogen

Das Weltenmodell bildet die Struktur für die Qualitätsberichte. Innerhalb dieser Struktur werden Fragenkataloge entwickelt. Diese Kataloge beinhalten Fragen aus der Kundenperspektive. Zur Erstellung dieser Fragenkataloge werden Mitarbeiter (z.B. aus der Heimaufnahme oder aus Beratungsstellen), Kunden (Angehörige und/oder Bewohner), externe Experten (z.B. aus kommunalen Beratungsstellen) und Personen aus Selbsthilfe- bzw. Betroffenenorganisationen (z.B. aus der Alzheimergesellschaft oder dem Seniorenbeirat) eingebunden. Dieser Fragenkatalog bildet die inhaltliche Gliederung innerhalb der einzelnen Welten. Die Ordnung kann entweder thematisch oder chronologisch erfolgen.

 

Transparenz durch verständliche Sprache

Entlang der Fragenkataloge wird die Arbeit der Einrichtungen beschrieben. Das beinhaltet im umfassenden Sinn die Beschreibung der Strukturen, Prozesse und Ergebnisse.  Mit der Beschreibung macht sich die Einrichtung transparent für Kunden und andere Interessengruppen.  Die Fragenkataloge sollen in einfacher Sprache verfasst werden und zu verständlichen Antworten motivieren. Hinter den Antworten stehen vielfältige „Nachweise“ in Form von Beschreibungen, Geschichten, Prüfberichten uvm.

Interne und externe Arbeitsebenen

Die ausgewählten Einrichtungen bilden einen gemeinsamen Arbeitskreis in Form einer Werkstatt. Diese Werkstatt wird während des Projektes fünf Mal stattfinden und von externen Beratern organisiert sowie moderiert. Hier werden die Fragenkataloge zusammengestellt, Anwendungs- bzw. Umsetzungserfahrungen ausgetauscht und es finden Abstimmungsprozesse über Inhalte sowie Materialien statt.  Die Werkstätten fungieren als  Kreis zum Erfahrungs- und Wissensaustausch. Neben dem Austausch finden hier auch wichtige Abstimmungen hinsichtlich der Zusammenstellung des Fragenkatalogs und der Vorgehensweise vor Ort statt.

Die Werkstatttreffen werden ergänzt durch eine landesweit besetzte Referenzgruppe. Diese Referenzgruppe tagt im Verlauf des Projektes an drei Terminen halbtägig am Anschluss an ein Werkstatttreffen. In dieser Referenzgruppe sind neben den Werkstattmitgliedern auch Vertreter der landesweit tätigen Selbsthilfeverbände und Interessenvertretungen, Entscheidungsträger des finanzierenden Ministeriums, Mitglieder des Landespflegeausschusses  und der Vertreter aus Gewerkschaften bzw. MAV beteiligt.

Die Einrichtungen richten Redaktionsteams ein, die aus Leitungspersonen, Mitarbeitern, Bewohnern und Angehörigen bestehen können. Diese sammeln – begleitet von externen  Beratern - mit Hilfe des Weltenmodells die Fragen aus Kundensicht bzw. reflektieren den Fragenkatalog aus der Werkstatt der beteiligten Einrichtungen. Im Anschluss werden die vorhandenen QM -Instrumente (Handbücher etc.) und Materialien (MDK-Prüfberichte etc.) hinsichtlich ihres Nutzens für den Qualitätsbericht überprüft und den Perspektiven des Weltenmodells zugeordnet.

 

Unterschiedliche Formen und Medien

Die Qualitätsberichte sollen Magazincharakter haben. Die Kunden und andere Interessengruppen sollen sich durch den Bericht „zappen“ können. Basis wird eine internetgestützte Gliederung entlang des oben skizzierten Weltenmodells sein. Diese Gliederung beinhaltet Darstellungen in unterschiedlicher Form unter Verwendung verschiedenen Medien. Von der Broschüre über das Hörbuch bis hin zur Photoserie ist alles denkbar. Selbstverständlich werden alle Berichte auch in Papierform verfügbar gemacht.

 

 

 

Veröffentlichung der Qualitätsberichte

Grundlage für die Qualitätsberichte ist das vorgeschlagene Weltenmodell. Im Rahmen des Weltenmodells werden die Berichte durch den - zwischen den Betrieben abgestimmten - Fragenkatalog gegliedert. Diese Gliederung ist für alle Beteiligten verbindlich. Indem alle Einrichtungen diese Fragen beantworten und durch verschiedene Medien/Dokumente die Antworten belegen, entstehen vergleichbare Qualitätsberichte. Alle teilnehmenden Einrichtungen verpflichten sich im Rahmen des Projektes diese Berichte in den jeweiligen Internetauftritt der Einrichtung bzw. des Trägers zu integrieren. Das Projekt unterstützt die Einrichtungen bzw. Träger dabei, nimmt jedoch nicht die Programmierung der Internetpräsenz oder gar eine Neugestaltung der Corporate Identity vor.

Das Forum Pflegegesellschaft sichert über den geschäftsführenden Verband mit Hilfe einer zentralen Internetadresse eine Verlinkung zu allen teilnehmenden Einrichtungen bzw. Trägern und den eingestellten Qualitätsberichten zu.

 

Entwicklungsschritte und Zwischenergebnisse werden auf den Werkstatttreffen

ausgetauscht und den anderen Projektbeteiligten übermittelt.

 

Die beteiligten Trägerverbände werden dafür Sorge tragen, dass die Entwicklungsschritte und Zwischenergebnisse im Zeitraum des Modellprojektes kontinuierlich allen Einrichtungen in Schleswig-Holstein bekannt gemacht werden.

 

Am Ende des Projektes werden die Einrichtungen ihre individuellen Qualitätsberichte im Rahmen einer Veranstaltung der Öffentlichkeit präsentieren. Die Fragenkataloge und die „Good Practice“ Beispiele werden anschließend allen Anbietern in Schleswig-Holstein zugänglich gemacht. Auf den jeweiligen Qualitätsberichte werden sowohl über die trägerspezifischen Internetseiten, auf den, soweit vorhandenen eigenen Internetseiten und wenn möglich durch einen Link auf den Seiten des MSGF präsentiert gemacht.

 

Ablauf und Zeitplanung

Das Projekt ist auf eine Laufzeit von neun Monaten ausgelegt und beginnt Anfang April 2008. In der ersten Phase (drei Monate = April bis Juni 2008) werden die Gliederung entlang des vorgeschlagenen Weltenmodells und die Fragenkataloge in den Einrichtungen entwickelt. Anschließend erfolgt in der Werkstatt eine gemeinsame Abstimmung. In der zweiten Phase (fünf Monate = Juli – November 2008) werden die Qualitätsberichte in den Einrichtungen zusammengestellt und der Umsetzungsprozess in der Werkstatt begleitet. Im letzten Schritt (Dezember 2008) werden die Qualitätsberichte intern abgestimmt und anschließend gemeinsam der Öffentlichkeit präsentiert.

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2008

Arbeitsschritte

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sept

Okt

Nov

Dez

Erstellung

Fragenkatalog

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Austausch und Bewertung vorhandener QM-Materialien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Entwicklungsphase in Unternehmen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Werkstättentreffen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Referenzgruppe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Präsentation der QM-Berichte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Voraussichtlich beteiligte Einrichtungen/Träger

Die Projektsteuerung und die Begleitung/Beratung vor Ort erfolgt durch die Firma Konkret Consult Ruhr GmbH (KCR). Verantwortlich für das Projekt ist Dipl-Soz. Wiss. Roland Weigel als Geschäftsführer von KCR.

Bis zum Projektbeginn werden Einrichtungen der stationären Altenhilfe akquiriert, so dass acht Unternehmen/Träger sich an diesem Projekt beteiligen werden. An dem Projekt werden sich voraussichtlich folgende Unternehmen bzw. Träger an dem Projekt beteiligen:

- AWO – Kreis Pinneberg - Wedel

- bpa – Kreis Schleswig-Flensburg - Borgwedel

- Caritas – Hansestadt Lübeck

- Diakonie - Kreis Pinneberg - Uetersen 

- DPWV – Kreis Rendsburg - Eckernförde - Büdelsdorf

- DRK – Kreis Segeberg - Kaltenkirchen

- KOPF – Hansestadt Lübeck

- LAGPSH – Rendsburg/Eckernförde oder Lübeck oder Hzgt. Lauenburg

 

 

Umfang der Begleitung

 

Leistung

Umfang/Häufigkeit

Moderation der Werkstatttreffen inkl. Vor- und Nachbereitung

5 Werkstatttreffen

Begleitung der beteiligten Einrichtungen

8 Einrichtungen je 5 Tage Begleitung

Zusammenführung der Ergebnisse, Überarbeitung der Materialien

8 Einrichtungen je 2 Tage

Zusammenstellung Fragenkatalog, Koordination, Abschlussveranstaltung

10 Tage

 

 

 

 

Konkretisierung der Aufgaben während der kalkulierten 5 Beratertage

·         Vorstellung der Projektes und Begleitung bei der Konstituierung der Redaktionsteams

·         Ideensammlung und Aktionsplanung für Erstellung Fragenkatalog (Termine mit Seniorenvertretungen, Heimbeirat, Mitarbeiterworkshops)

·         Unterstützung bei Bestandsaufnahme (vorhandene Materialien und Aktionen) entlang des Fragenkatalogs

·         Unterstützung bei der Planung und Begleitung von Aktionen, um neue Materialien/Medien zur erstellen

·         Beratung/Begleitung bei der medialen und redaktionellen Erarbeitung/Überarbeitung des Qualitätsberichts

·         Zusammenführung der Produkte/Ergebnisse und Präsentation vor Kunden, Vertretern der Gesellschaft und Mitarbeitenden

·         Beratung zur Fortführung des Qualitätsberichtes ohne externe Begleitung

 

Das Produkt soll eine internetbasierte Form des Qualitätsberichtes sein. Das Projekt berät Inhalt und Form des Berichtes, aber nicht die technische Seite (Programmierung etc.) einer solchen Internetpräsenz.

05.02.08

Kontaktliste der Teilnehmer als pdf-Datei

E-Mailverzeichnis der Teilnehmer