Ausstellungseröffnung „Müllerin Art“ in der Galerie im Servicehaus Friesischer Berg

18. August 2017

Die Emotionen-Malerin

Krachende Farben, beruhigende Grautöne. Oft laut, manchmal leise. Die Werke der Flensburger Künstlerin Britta Müller lassen sich nur schwer in eine  Richtung schieben. Die abstrakte Welt  ist das Zuhause der Querdenkerin.

Wenn Britta Müller malt, dann groß, weit und mit Schwung. Ruhig an einer Staffelei stehen, das kann sie nicht. Die 38-jährige ist in Bewegung. Rutscht auf den Knien über den Boden, steigt auf Stühle, streckt sich und holt mit Spachtel und Malerrolle aus. Britta Müller liebt die abstrakte Welt. Weil es dort so viel zu entdecken gibt, weil sie nie langweilig ist und weil sie jeder Betrachter für sich immer wieder aufs Neue interpretieren kann. Im letzten Oktober hat die Künstlerin aus Flensburg ihr eigenes Atelier „Müllerin Art“ eingerichtet.

Schon im Kindesalter hat sie mit Bleistift-Zeichnungen begonnen. Später beginnt sie mit der Ölmalerei und geht dann zu Acrylfarben über. „Diese Technik hat etwas Meditatives und ist für mich ein guter Ausgleich zum stressigen Alltag.“  Britta Müller hat  Innenarchitektur studiert und ist erfolgreiche Inhaberin eines Familienbetriebes, der, wie soll es anders sein, auf die Inneneinrichtung spezialisiert ist.

Skizzen findet man bei Britta Müller keine, auch zeichnet sie nichts vor. „Ich fange einfach an zu arbeiten. Malen ist ein Prozess, den ich solange weiter entwickle, bis das Bild die richtige Wirkung für mich hat.“ Bei Auftragsarbeiten spricht sie mit ihren Kunden Farbwahl und Größe ab, den Rest behält sie sich vor. „Für mich hat jedes Bild eine Seele und in jedem steckt ein Teil von mir.“ Ihre Bilder halten Britta Müller immer irgendwie den Spiegel vor. Ist sie glücklich, dann finden leuchtende Farben den Weg auf ihre Leinwand.  Doch auch düstere Gemälde gehören zu ihrem Sammelsurium.

Mittlerweile hat sich Britta Müller einen Namen weit über Flensburg hinaus gemacht. Ihre Werke hängen in Arztpraxen ebenso wie in Privathäusern. Zudem stellt sie in regelmäßigen Abständen aus.

Hauptsächlich   arbeitet die Künstlerin mit Acrylfarben. Auch Gele und „was sonst noch griffbereit ist“ geben ihren Bildern Struktur.

Jetzt hat sie die Spraydose für sich entdeckt und experimentiert   nun mit farbigem Sprühnebel. Mittlerweile wagt sich Britta Müller auch an kleinere Formate – hauptsächlich indem sie Teilbereiche aus ihren Bildern herausschneidet und sie in den passenden Rahmen setzt. Bald will sie die sogenannte „Enkaustik“ Maltechnik ausprobieren. In Wachs gebundene Farbpigmente werden heiß auf den Untergrund aufgetragen und bringen so ungewöhnliche Oberflächen zu Tage. „Bei jeder Arbeit bin ich selbst überrascht, wie das Ergebnis am Ende aussieht. Ich bin davor jedes Mal so  aufgeregt wie ein Kind zu  Weihnachten.“

 

Ein Auszug aus Britta Müllers Kunstwerken ist in der Ausstellung „Müllerin Art“ in der Galerie im Servicehaus Friesischer Berg zu sehen. Die  offizielle Vernissage findet am Montag, 28. August um 15 Uhr in der Galerie Friesischer Berg (Servicehaus Friesischer Berg) in der Mathildenstr. 22 in Flensburg statt.