Ausstellungseröffnung „Wildlife Schleswig/Flensburg“ in der Galerie Sandberg

11. Februar 2020

„Wie ein stiller Dialog“

Naturfotograf Sascha Egerland zeigt „Wildlife Schleswig-Flensburg“ / Vernissage am Sonnabend 7.März im Servicehaus Sandberg

Beinahe bewegungslos liegt er im hohen Gras, unter Tarnnetzen versteckt, sein Gesicht ist kaum zu sehen. Spaziergänger entdecken ihn meist erst auf den dritten Blick. Wenn Sascha Egerland auf „Beutezug“ geht, dann ist er nicht nur in der Natur, er wird ein Teil von ihr. Der 41-Jährige liebt den Wald, die Tiere und vor allem die Ruhe, die er hier findet. „Schon als Kind habe ich lieber Kröten gesammelt, als Fußball zu spielen“, erzählt er. Vor gut zehn Jahren schafft sich der Flensburger eine gebrauchte Spiegelreflexkamera an und schnell zeigt sich, dass der Vater einer Tochter und eines Sohnes ein gutes Auge und Gespür für die Fotografie hat. Portraitaufnahmen und Hochzeiten werden zu seinem Hobby, bis er wegen der wachsenden Nachfrage ein Gewerbe anmeldet.

Doch Sascha Egerland bleibt Naturmensch und als Pflegedienstleiter hat er einen stressigen Alltag. „Im Wald tanke ich Energie“, sagt er. Immer häufiger nimmt er seine Ausrüstung mit und bezeichnet sich selbst mit einem Augenzwinkern als „Scharfschützen, der digital schießt“. Von nun an widmet er sich ganz der Naturfotografie. Vor allem die Wiesen und Wälder zwischen Flensburg und Schleswig werden sein zweites Zuhause. „Ich brauche die Freiheit ohne Termindruck arbeiten zu können“, erklärt er seine Entscheidung, sich  nur noch auf die Naturfotografie zu konzentrieren.

Der hochgewachsene Mann mit den ruhigen, braunen Augen will nicht der Eindringling sein. So studiert er die Tierwelt genau und beobachtet seine Motive nur von Weitem. Wie sieht mich das Reh? Wo halten sich die Füchse auf? Wie muss ich mich verhalten, um nicht zu stören? „Ich warte, bis sie kommen“, erklärt er. Manchmal kann das lange dauern. „Es kommt vor, dass ich gut sieben Stunden im Wald bin und dann kein Foto auf dem Chip habe“, bleibt er gelassen. Die Nähe zum Motiv spiegelt sich in allen seinen Fotografien wider. „Es ist wie ein stiller Dialog – du siehst mich, ich sehe dich.“

Ein Auszug aus seiner Sammlung ist unter dem Titel „Wildlife Schleswig-Flensburg“ von März bis Juni 2020 im Servicehaus Sandberg, Schulze-Delitzsch-Straße 21a, zu sehen. Geöffnet ist die Ausstellung zu den Besuchzeiten des Servicehauses Sandberg.

Zur Vernissage wird am Sonnabend, 7. März, 15 Uhr eingeladen. Einführende Worte spricht FAB-Direktor Michael Kohnagel. Mit dabei ist der „Choro di AWO“, der Haus Chor des Servicehauses Sandberg.

Die Galerie Sandberg ist eine gemeinschaftliche Einrichtung der AWO Pflege Schleswig-Holstein und der Flensburger Genossenschaften FAB und SBV. Ziel ist es, lokale Künstler und Kunstprojekte zu unterstützen.