AWO Servicehaus am Wasserturm erhält CO₂-Fußabdruck für das Jahr 2017

22. Januar 2019

Pionierprojekt „Klimafreundlich pflegen“ gestartet: AWO Pflege Schleswig-Holstein will CO₂- Ausstoß in den eignen Pflege-Einrichtungen langfristig verringern

Im Pariser Klimaschutzabkommen haben sich die Staatengemeinschaften darauf geeinigt, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen. Längst ist belegt, dass der menschengemachte Klimawandel nicht nur für unsere Umwelt katastrophale Folgen hat, sondern auch großes menschliches Leid verursacht. Klimaschutz ist daher auch eine Frage der Humanität und erfordert Engagement auf allen Ebenen. Mit rund 40 Standorten und etwa 1500 Mitarbeiter*innen will auch die AWO Pflege Schleswig-Holstein ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten, denn auch während der täglichen Arbeit in der Pflege entstehen CO₂-Emissionen. Aus diesem Grund startet die AWO Pflege, initiiert vom Bundesverband der AWO in Berlin, in Schleswig-Holstein ein landesweites Pionierprojekt mit Workshops zum Thema „Klimafreundlich pflegen“.

Als zweite Pflegeeinrichtung der AWO Pflege Schleswig-Holstein hat jetzt das AWO Servicehaus am Wasserturm in Neumünster seinen CO₂-Fußabdruck für das Jahr 2017 vom Verein Viabono erhalten. Der Wert für die gesamten Emissionen der Einrichtung für das Jahr 2017 beträgt demnach 559,59 Tonnen CO₂, das macht 7,879 Tonnen pro Bewohner*in. Das Servicehaus in Neumünster liegt so mit der Klimaeffizienzklasse „D“ im Mittelfeld zwischen A (klimafreundlich) bis F (klimaschädlich).

„Wir freuen uns natürlich, dass wir im oberen Mittelfeld liegen. Durch die Teilnahme an dem Projekt „Klimafreundlich pflegen“ wollen wir neue Wege ergründen, um unser Ergebnis in der CO₂-Bilanz weiter zu verbessern“, sagt Einrichtungsleiter Franz-Ulrich Löning-Hahn.

Klimaschutz aktiv umsetzen und Verantwortung wahrnehmen

Das Viabono-Zertifikat konzentrierte sich bei der Feststellung der CO₂-Emissionen  auf sechs ausgewählte Kernbereiche: Mobilität, Strom, Heizung, Verpflegung, Reinigung und Wäsche und sonstiges. Das Servicehaus am Wasserturm bietet Wohnungen für 68 Pflegebedürftige. Die Verpflegung sorgte mit 42 Prozent im Schnitt für den größten Anteil an CO₂-Emissionen, der geringste entstand bei der Reinigung und Wäsche mit 4 Prozent. Den Rest machten Heizung (34 Prozent), Strom (9 Prozent), Mobilität (5,5 Prozent) sowie sonstiges (4,5 Prozent) aus. Für eine weitere Verbesserung der CO₂-Bilanz gab es unterschiedliche Empfehlungen von Viabono. In einer zweitägigen Klausur des Projektteams wurden fünf Ziele formuliert und konkrete Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele geplant. So könne eine Veränderung der Verpflegung auf fleischreduzierte Ernährung, Bio-Produkte und regionale Kost die CO₂-Bilanz maßgeblich verringern.

AWO-Landesgeschäftsführer Michael Selck sagt:

„Der Klimawandel zeigt uns, dass soziale und ökologische Fragen eng miteinander verwoben sind. Aus dem Wertebekenntnis der AWO Pflege Schleswig-Holstein leitet sich eine entsprechende Verantwortung ab, den Klimaschutz in unseren Pflegeeinrichtungen ernst zu nehmen und aktiv umzusetzen.“

Hintergrund

Über einen Zeitraum von drei Jahren unterstützen Referenten des AWO-Bundesverbandes die einzelnen Klimaschutzteams bei der Umsetzung. Neben Neumünster sind die zusätzlichen Projektstandorte das AWO Servicehaus Norderstedt, das AWO Wohn-und Servicezentrum Tornesch und das AWO Servicehaus Sandberg in Flensburg. Für jede Einrichtung wird ein CO₂—Fußabdruck erstellt, welcher gemeinsam mit den Klimaschutzteams in Workshops innerhalb der Einrichtungen ausgewertet wird. Auf dieser Basis wird schließlich ein Klimaschutzplan mit konkreten Maßnahmen zur Reduzierung des CO₂-Ausstoßes in den jeweiligen Einrichtungen aufgestellt. Verantwortlichkeiten und Zeiträume für die Umsetzung sind ebenfalls im Klimaschutzplan geregelt.

Zudem werden eine Vernetzung und der Austausch zum Thema Klimaschutz gefördert und Unterstützungsstrukturen aufgebaut. Der Klimaschutzplan wird fortgeschrieben und künftig ein fester Bestandteil der täglichen Arbeit in der Pflege werden. Regionale Netzwerktreffen mit anderen Einrichtungen fördern den Erfahrungsaustausch. Die Workshops vor Ort laufen bis zum Sommer 2019. Für das Jahr 2020 wird die Auswertung erwartet. Der AWO Bundesverband bietet zusätzlich die notwendigen zentralen Strukturen, wie eine eigene Projekthomepage und eine CO₂- Datenbank an, die den Pflegeeinrichtungen ermöglicht, ihre Emissionen individuell auszuwerten.

Zu Viabono

Viabono wurde 2001 auf Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und des Umweltbundesamtes gegründet und wird heute vom Viabono Trägerverein e. V. getragen. Diesem gehören unter anderem der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), das Deutsche Jugendherbergswerk, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) und der ADAC an.