Die Kurve gekriegt

12. Juni 2015

Kriegt die Kurve: Die 85-jährige Sonja Rosenkranz war begeistert vom Rollatortraining und meisterte den Slalom problemlos.

Im Rahmen des Programms „Zu Fuß unterwegs“ hat die Verkehrswacht MieterInnen des AWO Servicehaus Eckernförde fit für den Rollator gemacht. Neben einer Slalomstrecke gab es wichtige Tipps zum Umgang mit dem Gerät

Egal ob als Gehhilfe oder als Sitzgelegenheit zum Verschnaufen bei längeren Wegstrecken – für viele Senioren bedeutet ein Rollator ein Stück Lebensqualität und Freiheit.
Dass man mit dem Rollator jedoch nicht einfach wie mit einem Einkaufswagen drauf los laufen kann, sondern einige Regeln beachten muss, lernten die MieterInnen des AWO Serivcehaus Eckernförde bei einer Schulung der Verkehrswacht. Darüber hinaus gab es Tipps zur Sicherheit und Einstellung der Rollatoren.

Das erste Aha-Erlebnis hatten die TeilnehmerInnen gleich zu Beginn, als es darum ging, die Rollatoren auf ihr Körpergröße einzustellen. Denn nur dann, lernten sie, hat man Kontrolle über das Gerät und schont Schultern und Rücken. Zur richtigen Höheneinstellung des Rollators stellt man sich aufrecht und mit locker hängenden Armen zwischen die hinteren Räder. Korrekt eingestellt ist der Rollator, wenn sich die Handgelenke auf gleicher Höhe mit den Handgriffen befinden und die Griffe mit leicht gebeugten Armen umfasst werden können.

Doch auch wenn der Rollator eingestellt ist, sind einige Dinge zu beachten, denn spätestens im Straßenverkehr sehen sich die MieterInnen besonderen Herausforderungen gegenüber“, weiß Einrichtungsleiter Claus-Detlef Nielsen aus Erfahrung: „Ein hoher Bordstein muss ebenso gemeistert werden wie der Einstieg in einen Bus oder das richtige Manövrieren zwischen parkenden Autos hindurch. Fast immer sind es die gleichen Stolperfallen, die Probleme machen: rutschige Flächen, abschüssige Wege, aber auch Türschwellen, Kopfsteinpflaster oder das Rückwärtsgehen.

Wichtig, um diese Stolperfallen zu umgehen, ist vor allem der richtige Umgang mit den Bremsen, erklärte Wilfried Lüthge von der Verkehrswacht. „Ich wusste nicht, dass ich die Bremse nicht nur zum Stoppen, sondern auch für das Fahren von Kurven einsetzen kann“, zeigte sich Sonja Rosenkranz überrascht, die nie ohne Rollator unterwegs ist, auch aufgrund ihrer starken Sehbehinderung. Wie genau das funktioniert, konnten sie und ihre Nachbarinnen Helga Zacharias und Wilhelmine Broy bei einer Übung selbst ausprobieren. Dafür hatte Wilfried Lüthge im Hof der Einrichtung orange-weiße Hütchen aufgestellt. Nach und nach meisterte eine nach der anderen den Weg zwischen den Kegeln hindurch.

Auch daran, dass beim Stehenbleiben, Parken, Hinsetzen und Aufstehen immer die Feststellbremse betätigt werden muss, erinnerte Herr Lüthge die TeilnehmerInnen und bot ihnen bei einer weiteren Probefahrt auch die Gelegenheit, verschiedene Schwellen mit dem Rollator zu überwinden. Auch Paul Heidenreich meisterte diese Hindernisse dank Unterstützung von Herrn Lüthge ohne Probleme: „Ich kannte schon den Trick, durch das Treten auf den Rahmen die Vorderräder hoch zu bekommen“, so der 95-Jährige. Er nutzt seinen Rollator auch für den täglichen Einkauf, denn weitere Wege kann er nicht mehr sicher gehen: „Mein Wagen ist auch praktisch, weil man ihn seitlich zusammenklappen kann, wenn man in Geschäften ist“, findet er.

Rollatortraining im AWO Servicehaus Eckernförde