AWO Servicehaus Sandberg

Erste Flensburger Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz


 

 

 

Die erste Flensburger Demenz-WG – eine Alternative zur Pflege zuhause

Der eine trinkt früh um 6 Uhr den dritten Kaffee, die andere schläft gern aus. Einige sitzen abends auf der Gemeinschaftsterrasse, andere lieber für sich in ihrer Wohnung. Wer einmal in einer WG gewohnt hat, kennt diese Kombination aus Gemeinschaftsleben und Rückzugsort, Selbstbestimmung und Absprachen. Dieses Lebens- und Wohnkonzept wollen AWO und SBV künftig auch Menschen mit Demenz ermöglichen: 12 Appartements und zusätzliche Gemeinschaftsräume hat der SBV dafür im Erdgeschoss seines Neubaus in der Travestraße 28 vorgesehen. Dort eröffnet voraussichtlich Anfang August Flensburgs erste Demenz-WG – eine Alternative zur Pflege zuhause und einem Umzug in eine Pflegeeinrichtung.

Wie wird sich die Krankheit entwickeln? Wie wird sich mein Leben verändern? Wie lange ist ein selbstbestimmtes Leben möglich? Zumindest auf die letzte Frage geben AWO und SBV mit der Demenz-WG eine klare Antwort: Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen so selbstbestimmt leben, wie sie es können und das so lange, wie möglich – integriert in Wohngemeinschaft, Wohnhaus und Quartier. Fruerlund bietet dafür mit guter Nahversorgung und Verkehrsanbindung sowie einer gewachsenen Nachbarschaft beste Voraussetzungen.

Insgesamt steht der Demenz-WG eine Wohnfläche von rund 500 m² zur Verfügung. Die Appartements sind zwischen 20 bis 26 m² groß, fast alle ausgestattet mit Bad und Terrasse sowie Telefon-, Internet- und TV-Anschluss. Außerdem gibt es einen Küchen- und Wohnbereich, Abstellräume sowie ein Gäste-WC in der barrierearmen Anlage mit Gemeinschaftsterrasse und -garten. Um die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz berücksichtigen zu können, hat sich der SBV von Experten beraten lassen. So wird etwa ein spezielles Lichtkonzept umgesetzt.

Hand in Hand für ein selbstbestimmtes Leben

Die fachlich kompetenten Betreuungskräfte der ambulanten Pflege der AWO sind täglich 24 Stunden vor Ort und verstehen sich als ‚Gäste‘: Sie bieten dort Unterstützung, wo sie benötigt wird und machen Strukturangebote für den Alltag. Wer über die Betreuung hinaus Pflegeleistungen benötigt, kann diese ebenfalls durch die AWO in der Demenz-WG erhalten – aber auch eine Beauftragung anderer Anbieter ist möglich. Die Selbstbestimmung der Einzelnen und der Gemeinschaft gilt auch in Bezug auf die vertragliche Basis: Zwar ist die Kombination von Betreuungs- und Mietvertrag für diese Wohnform verpflichtend, beide werden jedoch mit SBV und AWO separat abgeschlossen. Die weiteren Grundlagen für das Zusammenleben in der Demenz-WG regelt dann die Mieter- und Angehörigenversammlung. Das Motto „Hand in Hand für ein möglichst selbst bestimmtes Wohnen und Leben“ gilt für Alle, von Bewohnern und Angehörigen über SBV und AWO sowie externe Pflegedienstleister bis zu ehrenamtlichen Unterstützern.