Erstmal mit den Leuten schnacken

6. Juli 2016

Cosima Mähl, Quartiersmanagerin Mildstedt

Mildstedts Quartiersmanagerin Cosima Mähl hat ihre Arbeit aufgenommen

Lange ist über die weitere Entwicklung in Mildstedt in Bürgerdialogen gesprochen worden. Jetzt ist einer der dringendsten Wünsche der Mildstedter Bürger*innen in Erfüllung gegangen: Eine Ansprechpartnerin für viele Fragen, die mit dem Älterwerden verbunden sind.

Cosima Mähl hat am 1. Juli 2016 die Stelle der Quartiersmangerin übernommen. Sie wird in den nächsten Wochen viel unterwegs sein, um die Menschen und Angebote in Mildstedt besser kennen zu lernen. Als Mitarbeiterin des Kreises Nordfriesland im Bereich der Betreuungsbehörde und der Tagespflege kennt sich die Hamburgerin, die seit vielen Jahren in Nordfriesland lebt, zwar schon gut aus, hat aber immer wieder die Erfahrung gemacht, „dass jedes Dorf, jede Gemeinde anders ist“.

Cosima Mähl wird an vielen Standorten reinschnuppern oder hospitieren, an den Netzwerktreffen teilnehmen und den nächsten Bürgerdialog vorbereiten. Jede Menge Ideen bringt die 32-Jährige mit: „Durch meine zwei Kinder und meinen Mann, ein gebürtiger Nordfriese, habe ich schon einiges in Mildstedt gesehen, nicht nur die Flohmärkte“, sagt sie augenzwinkernd.

Die Ergebnisse der Bürgerbefragung helfen ihr, die gewünschte Richtung einzuschlagen: Begegnung und Kultur, Unterstützung von Nachbar*innen, damit alle möglichst lange in der gewohnten Umgebung bleiben können, Beratung und Internetschulungen waren nur einige der Wünsche, die die Mildstedter*innen geäußert haben.

Aus der Alten Schule soll möglichst schnell ein „Dörpshus“ werden, damit Menschen mit unterschiedlichen Interessen und Wünschen sich begegnen und austauschen können. Die dafür notwendigen baulichen Anpassungen werden noch  etwas dauern. Der Antrag ist bei der AktivRegion gestellt, darüber entschieden wird in den nächsten Wochen. „Auch die Telefonanlage in der Alten Schule muss neu ausgelegt werden“, berichtet Mähl. „Bis zum endgültigen Einzug in die neuen Räume in der Alten Schule, werden wir das Telefon auf mein Handy schalten.“ Bis dahin wird Cosima Mähl eine Anlaufstelle im Büro des AWO Service-und Wohnzentrums haben.

Wenn Cosima Mähl in Mildstedt unterwegs ist, dann möchte sie Eindrücke sammeln und viele Gespräche führen: „Die persönliche Begegnung macht vieles einfacher, und ich kann viel besser einschätzen, wie Nachbarschaftsnetzwerke geknüpft werden können.“ Im Rahmen des vierten Bürgerdialogs hatten sich viele Mildstedter*innen angeboten, zu unterstützen und auch konkret zu helfen.

Nicht nur Susanne Eisenstein und Daniela Labrenz vom AWO Service- und Wohnzentrum Mildstedt und Peter Henkens vom AWO Ortsverein freuen sich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit Cosima Mähl. Bürgermeister Heiber, der die Quartiersentwicklung von Anfang an unterstützt, ist zufrieden, dass die Wünsche und Bedarfe der Mildstedter*innen unter dem Motto „Wir im Quartier – wir in Mildstedt“ aufgegriffen werden. „Nur gemeinsam können wir als Gemeinde den Veränderungen, die allein durch den demografischen Wandel auf uns zukommen, begegnen.“

Cosima Mähl ist vormittags zwischen 9 und 12.30 Uhr unter der Telefonnummer 04841 – 73007 erreichbar.

Hintergrund

Die AWO Pflege Schleswig-Holstein hat gemeinsam mit dem AWO Ortsverein Mildstedt und mit Unterstützung der Gemeinde und vielen Netzwerkpartnern einen Förderantrag bei der Stiftung Deutsches Hilfswerk eingereicht. Ab 1.7.2016 stehen insgesamt 130.525 € für drei Jahre zur Verfügung. 80 %  sind Mittel der Deutschen Fernsehlotterie (104.420 €). Die AWO beteiligt sich mit 20 % (26.105 €)  an dem Projekt.

Quartiersentwicklung meint aus Sicht der AWO Pflege vor allem altersgerechte Quartiers-entwicklung. Dies bedeutet, ein Quartier so weiterzuentwickeln, dass es älteren und anderen unterstützungsbedürftigen Menschen ermöglicht wird, so lange wie möglich und gut versorgt in ihrem gewohnten Umfeld leben zu können. Dafür bedarf es der Entwicklung von Angeboten und Strukturen zusammen mit der Kommune und anderen Akteuren im Quartier. Welche Angebote und Strukturen dies sein können und/oder müssen, ist sehr unterschiedlich und muss jeweils vor Ort unter Beteiligung der Bürger*innen erarbeitet werden.

Hintergrund für die Quartiersentwicklung ist die Tatsache, dass aufgrund des demografischen Wandels zunehmen mehr Menschen einen Pflege- und Hilfebedarf haben und auf der anderen Seite immer weniger Ältere Unterstützung durch ihre Familie bekommen können, sei es aufgrund des räumlichen Abstands, der beruflichen oder der sonstigen familiären Belastung. Daher muss es bei der Quartiersentwicklung darum gehen, neue Potentiale zu erschließen. Schlüssel dazu sind die Vernetzung mit anderen Akteuren und die Einbindung ehrenamtlicher Helfer*innen vor Ort. Es geht also um die Entwicklung des sogenannten „Hilfe-Mix“, bei dem professionelle, familiäre und freiwillige nachbarschaftliche Hilfen und Angebote aufeinander abgestimmt, weiterentwickelt und koordiniert werden.