„Es muss mehr Bewegung in die Pflege kommen!“

31. März 2015

Zum Tag der älteren Generation am 1. April und zu 20 Jahren Leistungen der Pflegeversicherung im ambulanten Bereich

AWO Pflege Schleswig-Holstein für mehr Vernetzung und Verankerung der Pflegeeinrichtungen im Gemeinwesen

Kiel, 30. März 2015. „Altenpflege ist mehr als die Leistungen der Pflegeversicherung – es muss mehr Bewegung in die Pflege kommen!“, fordert die AWO Pflege Schleswig-Holstein zum Tag der älteren Generation am 1. April.

Die AWO Pflege möchte dabei nicht nur auf die sportlichen Aspekte von Aktivität im Alter eingehen, sondern auch auf bereits in Bewegung geratene Pflegethemen wie z. B. den Expertenstandard Mobilität, die Bewertung freiheitseinschränkender Maßnahmen oder auf das Pflegestärkungsgesetz aufmerksam machen. Zugleich sollen Diskussionen angeregt und aufgezeigt werden, an welcher Stelle vielleicht noch nicht genug in Bewegung gekommen ist.

„Ältere Menschen wünschen sich nicht vorrangig eine gute Pflege, sondern ein gutes Leben trotz Pflege“, erklärt Uwe Braun, Leiter des Unternehmensbereichs Pflege der AWO Schleswig-Holstein. „Unser Ziel ist es daher, durch die Vernetzung und Verankerung unserer Einrichtungen im Gemeinwesen und einen intensiven Dialog mit den Menschen, nicht nur mehr Bewegung in die Pflege zu bekommen, sondern auch in das Leben jedes einzelnen Pflegebedürftigen.“

Jeder kann pflegebedürftig werden – jederzeit. Und das Risiko der Pflegebedürftigkeit steigt mit zunehmendem Alter. Diese Erfahrung hat auch Charlotte Kittlaus aus Eckernförde gemacht. Die 92-jährige ist eine von mehr als 2,5 Millionen Menschen deutschlandweit, die ambulante Leistungen aus der vor 20 Jahren eingeführten Pflegeversicherung in Anspruch nehmen. Obwohl ihr das Aufstehen schwerfällt und sie Hilfe beim Duschen benötigt, führt sie weiterhin ein sehr aktives Leben, denn von ihrer Wohnung aus sind fast alle Aktivitäten mit dem Rollator erreichbar. So gehört Charlotte Kittlaus zum Singkreis im Holthuus, spielt Skat und Bridge, und auch wenn einmal im Monat ein AWOTreffpunkt zur Beratung und zum Klönen angeboten wird, ist sie immer dabei. Außerdem geht sie regelmäßig ins Konzert und nimmt am monatlichen Mittagstisch teil, den eine Nachbarin organisiert.

„Ich bin 100% mit meinem jetzigen Leben zufrieden“, sagt sie.

„Unsere Erfahrung zeigt: Frau Kittlaus ist keine Ausnahme, denn trotz Pflegebedürftigkeit führen viele der Leistungsempfänger weiterhin ein sehr bewegtes Leben“, erklärt Uwe Braun. „Dies auch zukünftig zu gewährleisten und die Verankerung der Pflegeeinrichtungen im Gemeinwesen zu fördern, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, und dafür möchten wir uns als AWO auch weiterhin mit gezielten Angeboten und einem offenen Dialog mit unseren Kunden engagieren.“

Erfahren Sie mehr aus dem Leben von Charlotte Kittlaus (auch als Exposé unten zum Download). Frau Kittlaus steht für weitere Gespräche zur Verfügung.

Kontakt über
Claus-Detlef Nielsen
Leiter AWO Servicehaus Eckernförde
Tel: +49 4351 7266824
Fax: +49 4351 5033
Mail: Claus-Detlef.Nielsen@awo-sh.de

 

Hintergrund
Der Tag der älteren Generation ist ein internationaler Aktionstag, der Mitmenschen auf die Situation und die Belange der älteren Generation aufmerksam machen soll. Dieser Tag wurde 1968 durch die Kasseler Lebensabendbewegung (LAB) ins Leben gerufen. Seitdem wird an jedem ersten Mittwoch im April durch Aktionen und Veröffentlichungen auf die Rolle der Senioren in der Gesellschaft aufmerksam gemacht. Im Jahr 1994 wurde mit der Verabschiedung der Sozialen Pflegeversicherung (SPV) durch den Bundestag die fünfte Säule der Sozialversicherung in Deutschland etabliert. Vorangegangen war eine zwei Jahrzehnte andauernde Diskussion um die Situation der Pflegebedürftigen, die Folgen des demografischen Wandels sowie die finanzielle Belastung der Kommunen im Zusammenhang mit der Pflege.

In Kraft trat die Pflegeversicherung dann in einem zweistufigen Verfahren: Zunächst in einer ersten Stufe (mit Wirkung vom 1.4.1995) mit der Übernahme von Leistungen für ambulante und teilstationäre Pflege (1996 knapp 1,2 Millionen Empfänger, 2013 knapp 1,8 Millionen), dann in einer zweiten Stufe (mit Wirkung vom 1. Juli 1996) mit der Ausweitung des Versicherungsschutzes auf damals rund 480.000 (heute sind es knapp 800.000) Altenheim- und Pflegeheimbewohner.

Laut der gerade veröffentlichten Pflegestatistik 2013 waren im Dezember 2013 in Deutschland 2,63 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI). Mehr als zwei Drittel (71 % oder 1,86 Millionen) aller Pflegebedürftigen wurden nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zu Hause versorgt. Von diesen erhielten 1,25 Millionen Pflegebedürftige ausschließlich Pflegegeld – das bedeutet, dass sie in der Regel allein durch Angehörige gepflegt wurden. Weitere 616.000 Pflegebedürftige lebten ebenfalls in Privathaushalten, bei ihnen erfolgte die Pflege jedoch zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste. In Pflegeheimen vollstationär betreut wurden insgesamt 764.000
Pflegebedürftige (29 %).

Die Statistik sowie ausgewählte Tabellen finden Sie hier: www.destatis.de

Die AWO Pflege ist ein Unternehmensbereich der AWO Schleswig-Holstein gGmbH. Rund 1.500 MitarbeiterInnen pflegen, beraten und begleiten alte und pflegebedürftige Menschen an mehr als 40 Standorten in Schleswig-Holstein: in ambulanten Pflegediensten, Servicehäusern und Hausgemeinschaften, in Einrichtungen der WOHNpflege, mit Angeboten zur Urlaubs-, Tages- und Kurzzeitpflege und dem Sozialruf. Sie helfen bei den alltäglichen Verrichtungen, unterstützen, wenn Fähigkeiten eingeschränkt sind, und sorgen für Selbständigkeit, wo das Leben durch Krankheit und Alter beeinträchtigt ist. Gemeinsam mit mehr als 20.000 AWO-Mitgliedern in Schleswig-Holstein engagieren sie sich für eine sozial gerechte Gesellschaft.

Für weitere Informationen:

Uwe Braun (Leiter Unternehmensbereich Pflege)
AWO Schleswig-Holstein gGmbH
Sibeliusweg 4| 24109 Kiel
Tel.: 0431/5114-550
Fax: 0431/5114-559
E-Mail: uwe.braun@awo-sh.de

Charlotte Kittlaus