Innovationspreis-Projekte 2013


Qualitätszirkel der Kieler Servicehäuser – „Das neue Tagesprofil“

Eine pragmatischere, übersichtlichere und kundenbezogenere Form der Pflegedokumentation – das war das Ziel eines Projekts des Qualitätszirkels der Kieler Servicehäuser. „Wir wollten den Aufwand für die Pflegedokumentation reduzieren und dabei den Pflegebedürftigen mit seinen Ressourcen, Risiken, Bedürfnissen und Wünschen in den Mittelpunkt stellen“, erklärt Renate Rüß, Qualitätsbeauftragte der Kieler Servicehäuser der AWO.

Von April 2011 bis Dezember 2012 aktualisierten die Einrichtungen zunächst alle Formulare, Standards und Verfahrensweisen der Pflegedokumentation und überarbeiteten das Tagesprofil komplett. Insgesamt 8 DIN-A4-Seiten sind auf diese Weise im Schitt weggefallen,darunter die Formulare für die Anamnese, den Pflegestatus, das Dekubitus- und Sturzassessment, die Soziale Betreuung, die Pflegeplanung und den Langzeitverlauf.

Nach und nach wurde das Ganze anschließend mit einer Einführungsveranstaltung und „Learning by doing“-Schulungen in fast allen Abteilungen eingeführt, auch in den WOHNpflegen des Servicezentrums Schönkirchen und des Servicehauses Lübeck, und in allen Einrichtungen vom MdK überprüft. „Die Ergebnisse sind sehr gut“, resümmiert Renate Rüß. „Wir haben die Prüfer befragt: Das Formular wird als übersichtlich und umfassend beurteilt, und auch die Prüfungssituation selbst wird seitdem als angenehmer, ruhiger und angstfreier empfunden.“

Auch Gitta Doege, Leiterin der Kieler Servicehäuser, ist überzeugt von der neuen Art der Dokumentation: „Pflegerisches Denken bildet sich für uns nicht in Pflegemodellen ab, sondern an der Beschreibung dessen, was der Mensch ist und kann. Daran haben wir uns bei der neuen Form der Pflegedokumentation orientiert. So ist die Dokumentation in unseren Augen nicht nur viel verständlicher geworden. Auch die Ressourcen der Mitarbeiter sind dank der freigewordenen Zeit nutzbarer geworden für unser eigentliches Anliegen: eine multiprofessionelle, gute Pflege und Betreuung der Bewohner, Mieter und Gäste.“


 

AWO Servicehaus Friesischer Berg in Flensburg –
generationsübergreifende Umgestaltung und Bewirtschaftung des WOHNpflege-Gartens

Gemeinsam mit Schülern aus der Auguste-Victoria-Schule Graben, Säen, Pflanzen und Ernten und damit eine Brücke zwischen Jung und Alt, zwischen Bewohnern der WOHNpflege und Kindern aus dem Quartier schaffen, das war das Ziel eines Gartenprojekts im AWO Servicehaus Friesischer Berg in Flensburg. „Gemeinsam mit den Schülern haben die Bewohnerinnen und Bewohner aus unserem Haus schon vor dem Frühjahr die Umgestaltung unseres Gartens geplant“, so Einrichtungsleiterin Maren Seeliger.

Anschließend wurden gemeinsam Pflanzkästen gebaut, ein Beet aus leuchtend bunten Blumen angelegt, Unkraut gejätet und gegossen. Doch das war noch nicht alles. „Aus den Kräutern haben unsere Bewohner gemeinsam mit den Schülern Öle hergestellt und dabei ihr Wissen an die jungen Leute weitergegeben“, erzählt Seeliger. „So konnten wir ganz nebenbei auch Ängste und Hemmungen der Schüler gegenüber der älteren Generation abbauen und das Interesse unserer Bewohnerinnen für die Themen der Jugendlichen wecken.“

Doch nicht nur als Nutzgarten wird das neu angelegte Gelände der AWO genutzt. „Entstanden ist durch die generationsübergreifende Zusammenarbeit auch ein Sinnesgarten, der den Tast- und Geruchssinn unserer Bewoher anregt, und ein Treffpunkt für Jung und Alt. So werden die Jahreszeiten auch für unsere Bewohnerinnen und Bewohner erlebbar und spürbar.“

Um die Nutzung des Gartens auch künftig zu garantieren und weitere Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen, plant die AWO derzeit, den Garten um einen Bewegungspark für Senioren zu erweitern. „Stepper oder Fahrräder könnten den Garten auch für unsere fitten Mieterinnen und Mieter noch interessanter machen und ihre Beweglichkeit und ihren Gleichgewichtssinn fördern“, so Seeliger.