„Kultursalat“ aus Lauenburg landet auf dem ersten Platz

30. Oktober 2018

InnovationsPREIS der AWO Pflege Schleswig-Holstein in Neumünster vergeben

Anerkennung für innovative Konzepte in der Pflege: Bei einer gemeinsamen Feier im AWO-Servicehaus am Wasserturm in Neumünster wurde am Montagnachmittag der mit insgesamt 6000 Euro dotierte InnovationsPREIS der AWO Pflege Schleswig-Holstein verliehen. Insgesamt hatten sich elf unterschiedliche Projekte für die Auszeichnung beworben. „Pflegeeinrichtungen sind keine tristen Orte. Engagierte Kolleg*innen bringen immer wieder frischen Wind in die Pflege. Auch in diesem Jahr haben die Siegerprojekte durch Kreativität, Fantasie und Engagement überzeugt“, sagt der AWO-Landesvorsitzende Wolfgang Baasch und betont „die Pflege älterer Menschen ist eine Sinn stiftende Aufgabe und wir wollen diejenigen auszeichnen, die sich über die Maße und mit einfallsreichen Ideen für ältere Menschen einsetzen.“

„Kultursalat“ überzeugt die Jury

Der erste Platz (3000 Euro) geht an das Projekt „Kultursalat“ aus dem AWO Wohn— und Servicezentrum Lauenburg. Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ sorgt dieses mit regelmäßigen gemeinsam Festen für den kulturellen Austausch in Lauenburg. Ganz ungezwungen wurde so das Kennenlernen erleichtert. Lauenburger konnten bei einer dieser Gelegenheiten am 4. November 2017 die Kultur ihres Heimatlandes mit Musik, Instrumenten, Tänzen, Gedichten, Speisen oder Handarbeiten einem großen regionalen Publikum vorstellen.  Insgesamt feierten zwölf Kulturen, 15 Institutionen und 500 Besucher*innen aus unterschiedlichen Ländern zusammen. Dieser Einsatz für eine Vielfalt der Kulturen, eine gelebte Demokratie und gegen extremistisches Gedankengut überzeugte die Jury in Neumünster. Das Projekt wurde von Silvia Hennig, als Leiterin des Wohn- und Servicezentrums und Quartiersmanagerin Claudia Löding mit Unterstützung der beteiligten Organisationen wie der Koordinierungsstelle von „Demokratie Leben“, der Stadtjugendpflege und weiteren Institutionen sowie Ehrenamtlichen umgesetzt.

Zweiter Platz für Projekt aus Lensahn

Ein Zimmer im Grünen für Gymnastik, Grillfeste, Musikabende oder Zeitungsrunden? Im „zweiten Wohnzimmer“ – einem Pavillon mit fünf mal acht Metern Durchmesser und bis zu 70 Sitzplätzen im Garten des AWO Hauses am Mühlenteich in Lensahn – ist das möglich. Ob bei Regen oder Sonnenschein, der Pavillon ist für die Bewohner*innen zum „zweiten Wohnzimmer“ geworden und ermöglicht allen sich je nach Belieben draußen aufzuhalten. Für diese Idee gab es den zweiten Platz (2000 Euro). Ziel des Projekts „Unser zweites Wohnzimmer“ ist es, unabhängig von der Wetterlage möglichst viel Zeit draußen zu verbringen. Auch der AWO Ortsverein Lensahn, der Elfenchor der Waldorfschule und ehrenamtliche Helfer*innen sind an diesem Projekt beteiligt.

Im AWO Servicehaus Fruerlund steht die berufliche Integration im Fokus. Hierfür vergab die Jury den dritten Platz (1000 Euro). Das Angebot richtet sich an Menschen mit Behinderung, die das Interesse an und die Fähigkeit für einen Arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt haben. In der Pflege arbeiten sie mit Kolleginnen und Kollegen ohne Behinderung zusammen. Ein Teilnehmer, hat nach einem Praktikum im Servicehaus nun einen Arbeitsvertrag als unterstützende Alltagsassistenz für ein Jahr erhalten. Für ihn bietet der ausgelagerte Arbeitsplatz die Chance auf berufliche und soziale Integration in einem Arbeitsverhältnis auf dem ersten Arbeitsmarkt. Trotz der Behinderung erlangte er durch den Erfolg seiner Tätigkeit immer mehr Selbstsicherheit und Zufriedenheit in seinem Berufsalltag. Die AWO erfüllt damit einen inklusiven Auftrag.

Durchgeführt wird das Projekt dank der Einrichtungsleiterin Sandra Neubert, der stellvertretenden Pflegedienstleiterin Jana Rabuska, Peggy Repenning vom Sozialen Dienst, der Gesundheitspädagogin von „Die Mürwiker“, Ulrike Brandt, sowie dem gesamten Team des AWO Servicehauses.

Sonderpreis für „PDL-Duschgeschenk“ im Servicehaus Lübscher Baum

Das Projekt „PDL Duschgeschenk“ im AWO Servicehaus am Lübscher Baum in Kiel erhält als „Türöffner für die Pflege“ den diesjährigen Ehrenpreis.  Das Angebot richtet sich an alle Mieter*innen mit Unterstützungsbedarf. Sie sollen den Zugang zur Pflege auf der Basis des Vertrauens und gegenseitigen Kennenlernens erleben. Erkennt die Pflegedienstleitung Birte Bening den Pflegebedarf eines/r Mieter*in, der oder die noch nicht in die Pflege eingebunden ist, sucht sie das Gespräch und baut das erste Vertrauen auf. Sie leistet Aufklärungsarbeit und spricht offen mit den Mieter*innen über Ängste und Scham, die bei dem engen Kontakt in der Pflege aufkommen können und benennt Gefahren, die aus einem Selbstpflegedefizit entstehen können. Neben einem intensiven Beratungsgespräch durch die Pflegedienstleitung bietet diese auch ein kostenloses Probe-Duschen samt einer anschließenden gemeinsamen Reflektion an. Pflege erst einmal kennenlernen bevor man sie zulassen kann – das ist das Ziel des Projekts aus Kiel.