„Mettwurst muss sein!“

29. Februar 2016

„Meinen Tag kann ich gestalten und einteilen, wie ich möchte“

-Ludwig Gralmann (69), Mieter-

 

Seit September 2014 wohne ich hier am Boksberg in einer 2-Zimmer-Wohnung. Meine alte Wohnung war nicht behindertengerecht. Deswegen konnte ich nach meiner Erkrankung dort nicht bleiben.

Inzwischen habe ich mich hier eingelebt. Frühstück und Abendbrot mache ich mir selber. Dafür fahre ich bei den angebotenen Einkaufsfahrten zu Sky und Famila mit, denn: Mettwurst muss sein! Auch Brot, Aufschnitt und Stinkerkäse. Was man eben so braucht. Zum Mittagessen gehe ich immer nach oben. Zwischen zwei Gerichten kann ich wählen. Das ist gut.

Die Wäsche macht mein Sohn, wenn er zu Besuch kommt. Zweimal in der Woche kommt eine Pflegerin und hilft mir beim Duschen, die Tage kann ich mir selber aussuchen. Dann fühle ich mich sicherer. Und die Tabletten werden mir auf meinen Wunsch hin auch gestellt, damit nichts schiefgeht.

Mit Herrn Engel, der hier auch wohnt, verstehe ich mich gut. Er war schon einmal mein Nachbar. Gemeinsam wurde damals geangelt. Das Angeln vermisse ich sehr, das geht aber leider nicht mehr. Aber ich habe einen sehr großen Fernseher und schaue mir gerne Tierfilme an.

Ich sitze auch gerne am Dorfteich, aber den Berg hier schaffe ich nicht. Mein Sohn und ich hoffen auf ein elektrisches Fahrzeug über die Krankenkasse. Dann könnte ich mehr unterwegs sein. Vielleicht habe ich ja Glück. Aber sonst fühle ich mich hier wohl.