Der richtige Teiler

4. März 2017

„Geteilte Dienste? Das macht mir nichts aus. Im Gegenteil: Ich habe es mir sogar gewünscht“, sagt Elvira Werner-Gostkowski aus dem Erwin-Wengel-Haus in Trappenkamp.

„Für mich ist das eine gute Möglichkeit, meine wöchentlichen Arbeitsstunden aufzustocken, um so am Ende des Monats etwas mehr Geld zur Verfügung zu haben.“

Auch praktisch sind diese „Doppelstunden“ für die 51-Jährige kein Problem: Nach einem Frühdienst von rund vier Stunden kommt sie manchmal am späten Nachmittag noch einmal für knapp zweieinhalb Stunden zur Arbeit, um den Spätdienst zu übernehmen. „Ich wohne gerade mal zwei Straßen vom Wohnen mit Service entfernt, so dass ich nur einen kurzen Arbeitsweg habe.“ Mit Pflegedienstleiterin Kathrin Zander hat sie vereinbart, dass sie – wenn es notwendig wird – auch mal mehr als die mit dem Betriebsrat vereinbarte Höchstzahl von sechs geteilten Diensten pro Monat machen würde. „In der Praxis kommen solche Doppeldienste aber gar nicht so häufig vor“, sagt Elvira Werner-Gostkowski, „denn die meisten meiner Kolleginnen arbeiten Teilzeit, um die 22 Stunden, da lässt sich die Arbeit ganz gut aufteilen.“

Trotzdem stellt die  Dienstplanung im ambulanten Bereich eine besondere Herausforderung für Kathrin Zander dar: „Da wir unsere Kunden vorwiegend in den Morgen- und  Abendstunden versorgen, dauert ein Frühdienst  höchstens vier Stunden. Schließlich möchte niemand mittags gewaschen werden.“ Auch schwankt die Kundenzahl im ambulanten Bereich deutlich stärker als im stationären: „Da kann es vorkommen, dass morgen eine ‚große  Pflege‘  ausfällt, und plötzlich ist eine dreiviertel Stunde  frei, die man irgendwie ausgleichen muss. Und manchmal geht das eben nur über einen geteilten Dienst.“ Diese werden, so Zander, im  Dienstplan aber stets so berücksichtigt, dass nie mehrere hintereinander liegen. „Und selbst wenn eine Mitarbeiterin zusätzlich zum Frühdienst noch einmal am Abend kommt, ist eine ausreichende Ruhepause bis zum nächsten Frühdienst allemal gegeben.“