Eine vermeintlich schlechte Nachricht

24. Februar 2017

Kim Christophersen, Altenpflegehelferin in Tornesch

Fragen zum Arbeitsvertrag an  Pflegehelferin Kim Christophersen aus dem  WOHN- und Servicezentrum Tornesch

Frau Christophersen, Sie haben einen unbefristeten Vertrag als Pflegehelferin in der AWO WOHNpflege Tornesch. Das war nicht immer so. Wie sind Sie zu uns gekommen?

Eigentlich bin ich Handelsvertreterin. Kontakte zu anderen Menschen hatte ich nur am Telefon. Das war mir zu wenig. Da ich schon einmal im Krankenhaus als Pflegehelferin gearbeitet hatte, wollte ich in diesen Bereich zurück. Also habe ich bei der AWO in Tornesch angerufen und gefragt, ob ich ein Praktikum machen könnte. So wollte ich herausfinden, ob mir diese Arbeit nach 35 Jahren „Abstinenz“ überhaupt noch liegt.

Sie sollten dann zum Vorstellungsgespräch kommen.

Ja, aber ich habe gleich gesagt: “Wenn ich komme, will ich auch gleich losarbeiten!“ Ich erinnere mich an die erstaunte Antwort von Herrn Behrens, dem Pflegedienstleiter: „Was? Sie wollen gleich arbeiten? Na, dann Montag um 9 Uhr!“

Was passierte nach dem Praktikum?

Erstmal leider nichts, denn es waren keine Stellen frei. Nach vier Wochen bekam ich jedoch einen Anruf von Herrn Behrens. Er fragte mich, ob ich immer noch spontan sei, dann hätte er eine gute und eine schlechte Nachricht für mich. Er bot mir einen befristeten Vertrag als Krankheitsvertretung an – das war die gute Nachricht. Allerdings – so die vermeintlich schlechte Nachricht – wäre Arbeitsbeginn schon der nächste Tag. Ich habe sofort zugesagt.

Aber die Befristung…?

… war kein Problem für mich. Ich war froh, dass es losging. Allerdings kehrte die erkrankte Kollegin sehr schnell wieder zurück. Trotzdem bekam ich eine weitere Verlängerung von drei Monaten, erneut als Vertretung.

Wieder nur eine kurze Befristung, war das nicht unbefriedigend?

Nein! Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Na ja, und dann kam der Anruf von Frau Wiese, unserer Einrichtungsleiterin. Ich war wegen einer Sehnenscheidenentzündung krankgeschrieben und dachte: “Das war’s dann wohl!“ Aber es kam anderes: Sie bot mir einen unbefristeten Vertrag an und meinte, das hätte ich mir verdient. Ich befürchte, sie hat bis heute einen Trommelfellschaden, so sehr habe ich mich gefreut. Natürlich war der Einstieg mit den befristeten Verträgen nicht so schön für mich. Aber man sieht ja, was daraus werden kann.