Quartiersentwicklerin in Flensburg nimmt ihre Arbeit auf

28. März 2019

(v.li.) Maren Seeliger, Anike Ohmes, Gesa Enguari, Rainer Mühe, Heidi Lyck, Thomas Russ. Foto: Moin Moin

Selbstbestimmt zu leben und gut versorgt zu sein, das wünscht sich jeder Mensch auch im Alter. So steht auch Flensburg vor der Herausforderung, das gesellschaftliche Umfeld neu zu gestalten, um den wachsenden Anforderungen an Hilfeleistungen gerecht zu werden.

Einen Schlüssel für das Älterwerden im vertrauten Umfeld stellen Quartiersentwicklungsprojekte dar, in denen die Vernetzung der Akteure vor Ort und die Einbindung Ehrenamtlicher zu einem „Hilfe-Mix“, bei dem professionelle, familiäre und freiwillige Angebote aufeinander abgestimmt, weiterentwickelt und koordiniert werden. Auf diese Weise sollen die Grundlagen für ein neues solidarisches Miteinander geschaffen werden. Aufgrund des demografischen Wandels, der stetig alternden Bevölkerung und der Auflösung familiärer Hilfestrukturen ist es wichtig, Eigeninitiative und gegenseitige Hilfe in den Sozialräumen zu stärken. Zielgruppe sind in erster Linie ältere Menschen. Durch einen generationsübergreifenden Ansatz sollen aber auch jüngere Menschen, Kinder und Jugendliche in das Projekt einbezogen werden.

Seit dem 01. März 2019 fördert die deutsche Fernsehlotterie ein Quartiersentwicklungsprojekt im Stadtteil Friesischer Berg mit rund 125.000 €. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt. Die Förderung beinhaltet einen großen Teil der Personalkosten, 20 % davon trägt die AWO Pflege gGmbH.

Die Aufgabe der Quartiersmanagerin nimmt Gesa Enguari (M.A. Prävention und Gesundheitsförderung) wahr. Ihre Aufgabe wird es sein, Strukturen zu vernetzen um dafür zu sorgen, dass ältere Menschen am sozialen Leben teilhaben und so lange wie möglich in ihrem vertrauten Wohnumfeld leben können.

Die Projektumsetzung erfolgt in Kooperation mit der Stadt Flensburg und weiteren Akteuren vor Ort. „Die Gestaltung des demografischen Wandels stellt für jede Kommune eine

Herausforderung dar. Eine Stadt, die auch sozial nachhaltig sein will, muss den Blick auf das soziale (Wohn-)Umfeld der wachsenden Anzahl älterer Menschen richten und alle Bewohnerinnen und Bewohner im Stadtteil stärker in die Planung von partizipationsfördernden Maßnahmen und Versorgungskonzepten einbeziehen. Dabei entstehen durch die Quartiersentwicklung entsprechende Rahmenbedingungen“, so Maria-Theresia Schlütter, Dezernentin für Jugend, Soziales, Gesundheit und Zentrale Dienste. „Diesen Prozess wollen wir gerne unterstützen“.

 Um die Bedürfnisse und Bedarfe älterer Anwohner*innen am Friesischen Berg zu ermitteln, führte Heidi Lyck, Sozial- und Altenhilfeplanerin der Stadt Flensburg in Abstimmung mit dem Seniorenbeirat und der Gesundheitsplanung im Vorfeld des Projektes eine Bürger*innenbefragung und ein Workshop zum Thema „Älterwerden im Stadtteil Friesischer Berg“ durch. Die Auswertung ergab die altengerechte Gestaltung der eigenen Häuslichkeit und des Wohnumfeldes sowie Wünsche nach Begegnungsmöglichkeiten und Aktivitäten im Quartier als Handlungsbedarfe.

Einige Angebote befinden sich derzeit bereits in der Planung:

Unter dem Motto „Aus alt mach neu!“ wird unter Anleitung einer leidenschaftlichen Näherin ein (Upcycling-)Nähkurs angeboten, in dem sogenannte AWO Carebags aus alten Planen und Roll-Ups der AWO genäht werden. Ziel ist es, nach der Schulung ehrenamtliche Nähtreffs im Quartier anzubieten.

Im April wird Frau Enguari Anwohner*innen vom Friesischen Berg zu einem Kennlern-Nachmittag einladen und einen Aufruf nach Ehrenamtlichen starten, die ihre Talente, Fähigkeiten und Potenziale gerne mit anderen Menschen aus dem Quartier Friesischer Berg teilen möchten.

Darüber hinaus ist die Initiierung eines Erzählcafés geplant, in dem zu unterschiedlichen Themen wertvolle Erinnerungen und Lebenserfahrungen mit anderen Menschen aller Altersgruppen geteilt werden können. Ziel ist es, niedrigschwellige Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen, die den Austausch untereinander fördern sollen.

„Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele mitmachen. Das stärkt die Gemeinschaft und schafft Zusammenhalt – und ganz nebenbei entstehen neue Bekanntschaften. Ob Sie sich einmalig, regelmäßig oder sporadisch einbringen, nur einen Wunsch äußern oder eine eigene Idee umsetzen möchten – sprechen Sie mich gerne an“, sagt Gesa Enguari.

Sie bietet montags von 10:00 bis 13:00 Uhr eine offene Sprechstunde im Quartiersbüro in der Mathildenstraße 22 an. Hier können sich Interessierte informieren, Ideen und Anregungen einbringen und sich beteiligen. Darüber hinaus ist Frau Enguari unter der Telefonnummer 0461/940389-465 oder per Mail an gesa.enguari@awo-sh.de erreichbar um Termine abzustimmen.

Kontakt: Gesa Enguari

Tel:  0461 / 94 03 89 465

Mail: Gesa.Enguari@awo-sh.de