Was liegt an?

19. April 2017

Kirsten Wolbersen, Lena Junker und Sandra Schumm

Frau Wolbersen, Sie sind gelernte Krankenschwester und seit neun Jahren bei der AWO. Wie häufig hatten Sie in dieser Zeit Mitarbeitergespräche? Solche Einzelgespräche finden bei uns einmal im Jahr mit der Pflegedienstleitung statt, immer in ganz lockerer, netter und gemütlicher Atmosphäre. Da wird dann gefragt: Wie geht es? Was gefällt? Gibt es Probleme? Was liegt an? Was würde man gerne verändern und woran besteht Interesse?

Haben Sie selbst in den Gesprächen schon mal konkrete Interessen geäußert oder sich durch ein solches Gespräch verändert? Ja, durch ein solches Mitarbeiterjahresgespräch bin ich zum Beispiel auf das Projekt „TAFF  – Talente bei der AWO finden und fördern“ aufmerksam gemacht worden. Damals war gerade eine Praxisanleiterin schwanger geworden und ausgeschieden. Und schon vor dem Gespräch war bei uns im Haus gefragt worden: Wer hätte eventuell Interesse, eine Fortbildung in der Richtung zu machen?

Und? Hatten Sie Interesse? Wir bekommen ja immer viele Fortbildungen angeboten, alle freiwillig, und als erstes habe ich mich da natürlich erkundigt: Wie läuft das? Welche Aufgaben hätte ich? Durch TAFF hatte ich aber, noch bevor ich eine Entscheidung für oder gegen die Weiterbildung getroffen habe, die Möglichkeit, mir nach den vielen Berufsjahren einmal wieder ganz grundsätzlich Gedanken zu machen: Was sind eigentlich meine Stärken und Schwächen? Traue ich mir wirklich zu, mich weiterzubilden, nochmal zur Schule zu gehen und neue Verantwortung zu übernehmen? Und wenn ja, in welchem Bereich?

Und welche Antworten haben Sie für sich gefunden? Durch die Selbstreflexion habe ich schnell gemerkt: Ich bin so eine „Sabbeltasche“, und mit anderen zu reden und Dinge zu erklären, wie man das als Praxisanleiterin mit Auszubildenden oder Praktikantinnen tut, das ist tatsächlich mein Talent. Bei der AWO in Preetz habe ich deshalb wirklich diese Weiterbildung gemacht, immer montags und dienstags, ein halbes Jahr lang.

Wann haben Sie Ihre erste Schülerin in der Praxis begleitet, und wie war das? Das war toll! Meine erste Schülerin habe ich schon während meiner Ausbildung angeleitet. Damals war sie bereits Mitte des zweiten Lehrjahres, eine sehr gute Schülerin, die am Ende auch mit 1 abgeschnitten hat. Durch die Weiterbildung konnte ich sie viel besser und sicherer begleiten. Ich habe mich intensiv mit ihr ausgetauscht und dabei selbst viel dazu gelernt. Überhaupt hat mir TAFF einfach viel mehr Sicherheit und Klarheit über mich gegeben, so dass ich demnächst auch die Pflegevisiten in der Einrichtung übernehmen werde.

Nachgefragt bei Kirsten Wolbersen, Pflegefachkraft im Servie- und Wohnzentrum Mildstedt