„Nicht vom Bewohner weg, sondern zum Bewohner hin“

7. Oktober 2014

von links: Nina Pelzer, Diplom Gerontologin und stellvertretende Einrichtungsleitung AWO SH Lübeck - Uwe Braun, Leiter Unternehmensbereich AWO Pflege - Prof. Dr. Sascha Köpke, Leiter der Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege, Universität Lübeck - Dr. Katrin Balzer, Studiengangkoordinatorin Dualer Bachelorstudiengang Pflege

AWO und Uni Lübeck besiegeln Praxispartnerschaft im neuen dualen Studiengang Pflege

Kiel/Lübeck, 6. Oktober 2014. Um die Gesellschaft auf die künftigen komplexen Herausforderungen in der Altenpflege vorzubereiten, reicht die traditionelle Aus- und Fortbildung allein nicht aus – davon sind die AWO Pflege Schleswig-Holstein und die Universität Lübeck überzeugt und haben deshalb am Montag, dem 6. Oktober im AWO Servicehaus Lübeck eine Partnerschaft im neuen dualen Bachelorstudiengang Pflege besiegelt.

Der Studiengang, der erstmals im Wintersemester 2014 angeboten wird, verbindet die berufliche Ausbildung in der Pflege mit einem universitären Studium. Wer sich im Studiengang für den Schwerpunkt Altenpflege entscheidet, kann somit künftig den praktischen Teil der dualen Ausbildung in einer Einrichtung oder einem Dienst der AWO Pflege Schleswig-Holstein machen. Die theoretischen Inhalte werden an der Universität Lübeck vermittelt. Statt Studiengebühren zu zahlen, erhalten die Teilnehmer von Anfang an eine Ausbildungsvergütung, die der normalen Vergütung eines Auszubildenden zur Altenpflegefachkraft entspricht.

 „Wir freuen uns sehr über diese Partnerschaft, denn wir sind fest davon überzeugt, dass wir künftig zusätzlich zu den klassischen Altenpflegeausbildungen auch diejenigen brauchen, die fundiertes theoretisches Wissen, zum Beispiel zum Thema Wundversorgung, haben und kritisch reflektieren, dieses aber auch in der Praxis anwenden und anderen vermitteln können“, so Uwe Braun, Leiter des Unternehmensbereichs Pflege der AWO Schleswig-Holstein.

Um kontinuierlich Praxiserfahrung zu sammeln und nah am Menschen zu bleiben, wechseln sich im Studium Praxis- und Studienphasen ab. Zudem können die Studierenden, wenn sie nach drei Jahren (sechs Semestern) ihren Berufsabschluss in der Altenpflege erhalten, weiter Teilzeit bei der AWO beschäftigt bleiben. Auch wenn sie nach vier Jahren (acht Semestern) ihren Hochschulgrad Bachelor of Science erhalten, ist zunächst eine längere Praxisphase erwünscht. „Dafür gibt es zum Beispiel im Servicehaus Lübeck zahlreiche Möglichkeiten, sei es in der WOHNpflege, in der Kurzzeitpflege, der häuslichen Pflege oder im Wohnen mit Service“, so Hanna Stooß, Einrichtungsleiterin im AWO Servicehaus Lübeck, wo voraussichtlich im Wintersemester 2015 die ersten Studierenden den praktischen Teil der dualen Ausbildung beginnen. Aber auch die Weiterqualifizierung über ein Master-Studium ist zu einem späteren Zeitpunkt möglich.

“Wir qualifizieren die angehenden Fachkräfte mit dem Studium also nicht etwa vom Bewohner weg, sondern zum Bewohner hin“, erklärt Prof. Sascha Köpke, Initiator des Studiengangs und Leiter der Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege an der Universität Lübeck. „Und dass angesichts der steigenden Anforderungen in der Pflege der Einsatz akademisch qualifizierter Pflegekräfte in der Praxis den Menschen, die sie betreuen, zugute kommt, ist international gut belegt: So haben die Erfahrungen in anderen Ländern gezeigt, dass durch den Einsatz von Pflegewissenschaftlern in der Praxis unerwünschte Ereignisse vermieden werden können, die Liegedauer der Pflegebedürftigen reduziert und die Sterberate sowie die Wiederaufnahmerate gesenkt werden.“

Nähere Infos zu Inhalten und Ablauf des dualen Bachelorstudiengangs Pflege erhalten Sie auf den Seiten der Uni Lübeck.