„Raus aus dem Haus und rein ins Quartier“

22. Juni 2017

Senior*innen sollen Alltagsaktivitäten beibehalten

 

Kiel / Mildstedt, 22. Juni 2017.

Bereits zum fünften Mal lud das Netzwerk Mildstedt um die Quartiersentwicklerin Cosima Mähl zum Bürgerdialog ein. Der Einladung zum Vortrag „Alt werden mit Sicherheit“ folgten über 70 Mildstedter*innen und fanden sich am vergangenen Mittwochnachmittag in der Mensa der Gemeinschaftsschule ein. Die Ehrenamtlichen des Dörpshuses kümmerten sich mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen um das leibliche Wohl der Teilnehmenden. So startete der Bürgerdialog mit Klönschnack in einer gemütlichen Atmosphäre.

Dass Stürze in der Häuslichkeit nicht nur Senior*innen betreffen, musste Bürgermeister Bernd Heiber am eigenen Leib erfahren. Seine Frau stürzte erst kürzlich und brach sich den Oberschenkel. „Für meine Frau kommt diese Veranstaltung zwar drei Wochen zu spät, aber zukünftig wollen wir besser vorbereitet sein“, sagte der Bürgermeister in seiner Begrüßungsrede. Und genau darum ginge es, bekräftigte Peter Henkens von der AWO Mildstedt: „Prävention ist das Stichwort. Wir möchten Angehörige und Interessierte für das Thema sensibilisieren, um so zukünftig Unfälle zu vermeiden.“

Welche Auswirkungen Unfälle und Verletzungen besonders im hohen Alter haben können, machte schließlich Dr. Ludolf Matthiesen zwar mit Witz und Humor, aber auch mit dem nötigen Ernst deutlich. Etwa jeder dritte Mensch über 65 Jahren stürzt einmal pro Jahr. Laut des Mediziners sind die Gründe dafür vielfältig und nennt unter anderem mangelndes Gleichgewicht, schlechtes Sehvermögen und mögliche Nebenwirkungen der täglichen Medikation. Da mit dem Alter aber auch die Muskelkraft und die Knochendichte abnimmt, dauert der Heilungsprozess länger. Die bittere Realität sei, dass kaum ein Senior nach einem Bruch seine volle Mobilität zurückerlangt. Um einem solchen Szenario vorzubeugen, empfiehlt Matthiesen Sport und Bewegung. Doch auch Alltagsaktivitäten erhalten die Mobilität: „Ich hätte zwar auch gerne einen Jungbrunnen, aber was Sie hier in Mildstedt haben, ist doch wunderbar. Nutzen Sie neben dem eigenen Haushalt die Angebote im Quartier, um aktiv zu bleiben.“ Zur Prävention gehören laut Matthiesen neben Bewegung nämlich auch soziale Kontakte, die Freude am Leben, Liebe und Lachen. Dass der Bürgerdialog einen Nerv getroffen hat, bestätigte eine Besucherin im Anschluss: „Der Vortrag hat mich motiviert. Ich werde heute Abend endlich mal wieder zum Sport gehen.“